Sally on the Blog

Busenbaby

Oktober 10th, 2008

Es nähert sich drastisch der Tag, an welchem ich wieder arbeiten gehe und Herr P. in Elternzeit geht. Die Formalitäten sind geklärt, die Finanzierung steht, der gegenderte Vater ist willens und fähig und der große Bruder freut sich wie ein Schnitzel, dass die gestrenge Hausaufgabendressurmutter wieder aus dem Haus ist… alles super also, wenn uns die kleine Schreckschraube nicht einen ordentlichen Strich durch die Rechnung machen würde:

Ich hab ja mit der ganzen Beifütterug ein bißchen früher angefangen, damit er dann rechtzeitig umgestellt ist. Den Gemüsekartoffelfleischpamps ißt er ambitioniert und gerne jeden Tag. Das war - bis auf kleine Meckereien am Anfang - weitgehend problemlos. Er freut sich richtig drauf, wenn ich das Gläschen in den Warmmacher stelle….
Trotzdem läßt er sich danach immer noch stillen, und zwar ordentlich, nicht nur ein bißchen für den Durst. Er hängt so lange am Busen, bis ihm Essen und Milch wieder hochkommt, wirklich wahr!

Mit Getreide-Obst am Nachmittag siehts schon anders aus… Diesen kocht die ambitionierte Mutti ja selbst, was den Effekt hat, dass das süße Baby ihn ihr nachschmeißt. Ich versuche seit Wochen, ihn daran zu gewöhnen, aber weder Birne-Dinkel noch Apfel-Dinkel möchte in seinem Magen bleiben, sondern wird mit Sprüheffekt wieder ausgespuckt.
Handelt es sich dabei aber um das gute Birnenmus von Alnatura oder dem netten Onkel… ißt das Baby das anstandslos und mit Begeisterung. Na, danke.

Größtes Problem: Fläschchen. Ans Fläschchen läßt er sich überhaupt gar nicht gewöhnen. Wenn er die Flasche mit der Milch nur sieht, fängt er zornig zu brüllen an. Es hilft alles nix, auch wenn der Papa es ohne Sichtweite der Mama macht, no chance. Flasche ist offenbar Folter und schreit nach Einschreiten von amnesty international.

Stattdessen - ich habe mehrfach berichtet - hängt der Zwerg seit vielen Wochen mehr am Busen denn je. Tag und Nacht: zweistündlich muss sich der Bauch vollgeschlagen werden. Mit bekanntem Effekt: er wird endlich dicker. Ist ja schön, aber wie soll das werden? Er könnte ja von mir aus noch eine Weile den Busen bekommen, aber nicht tagsüber, wenn ich arbeiten bin. Da muss er sich schon an Vormittagsfläschchen und Nachmittagsbrei gewöhnen…Ob er den Braten etwa riecht? Er ist zur Zeit auch ein wahnsinniges Mama-Kind und schaut sich ständig nach mir um. Und ob man es glaubt, oder nicht: Wenn er nach dem Mittagsschlaf in der Hängematte aufgewacht ist, ruft er:”Mamamamam!”

Soll ich etwa doch daheim bleiben, bis er eingeschult wird und Sozi beantragen? Wird der Sachbearbeiter Verständnis aufbringen? Was, wenn dieser ein Flaschenkind war und ihm daher das nötige Einfühlungsvermögen fehlt?

Schöne Scheiße, echt wahr!

Ich hätte das nie gedacht… das große Kind war auch ein Busenbaby, aber der war vor allem dann zufrieden, wenn es irgendwas zu essen gab, ganz gleich, woher. Der hat Flasche, Busen, Gläschen und selbstgekocht gemampft, dass es eine Freude war.

Der Kleine dagegen entwickelt sich mehr und mehr zu einem extrem bockigen Baby, da kommt wohl der Widder raus. Und ich kann es ehrlich gesagt, nur begrenzt toll finden, dass er so einen tollen eigenen Willen hat.

Hat jemand einen - praktischen - Rat oder wenigstens Trost? Hat jemand bereits Ähnliches mitgemacht? Jemand, dem ich das Kind zum Abstillen schicken kann im Gegenzug zu einem einem Oktoberfestwochenende mit allem Drum und Dran?

Kann ich wirklich drauf bauen, dass der Busenzwerg zu gegebener Zeit aus lauter Hunger die Flasche schon nehmen wird? Im Prinzip hat Herr P. gute Nerven, aber wird er auch das durchstehen?

Wer hat eigentlich gesagt, dass Kinder ein Geschenk sind, hä?

SallyP.

Comments are closed.

Proudly powered by WordPress. Theme developed with WordPress Theme Generator.
Copyright © Sally on the Blog. All rights reserved.