Sally on the Blog

Einen schönen Samstag-Abend, meine Lieben!

Hier kommt - wie versprochen - Sallys Urlaubsbericht:

Die etwas schwierige Vorgeschichte (erhöhter Schwierigkeitslevel bei den Vorbereitungen der Urlaubsreise durch Gipsbeine und Rotaviren) setze ich als bekannt voraus.

Nun sind wir also doch gefahren. Alle vier P.’schen Musketiere mit einem Koffer voller guter Hoffnung auf Erholung und Freude im Land, in welchem die Palatschinken an den Bäumen wachsen und Käsewürstchen “Oatrige” heißen, weil der beim genüßlichen Reinbeißen herauskommende Käse an fließenden Eiter erinnert.

Ich hätte es wissen sollen…. denn meine Oma predigt mir von jeher, dass der Teufel immer auf den größten Haufen scheißt. Und meine Oma hat immer recht.

Angefangen hat alles bestens, denn das Wetter war hochsommerlich und die Unterkunft feudaler und geräumiger als gedacht, was uns kurz zum Gedanken verleitet hat, dass wir uns das offenbar einfach verdient haben.

Unterwegs waren wir mit einem befreundeten Paar und deren Kinder und wir hegten alle die Hoffnung, in verschiedener Kombination (Liebes- oder Geschlechterpaarweise) auf diverse Gipfel steigen zu können, während die jeweilig Anderen im Tale das Kinderspaßprogramm betreiben. Die Methodik hat sich in all den letzten Jahren bestens bewährt. Der Schwierigkeitslevel war aber bereits dadurch enorm erhöht, dass wir dieses Jahr zwei neue Kleinkinder dabei hatten, welche in Kraxen zu transportieren waren.

Tag 1 war mit gemeinschaftlicher Wasserfallwanderung und Langzeit-Kraxenprobesitzen bestens. Unser Prinzchen fühlte sich in der hohen Kraxe auf dem Buckel seines 2-m-Vaters äußerst standesgemäß transportiert und übte sich im Lenken mittels Ohrwaschelziehen, Gas geben durch Halskitzeln und abrupt bremsen durch Augenzuhalten.

Tag 2 verbrachte Herr P. im Bett, bzw. abwechselnd sitzend auf und kniend vor dem Klo. Die gleichzeitig stattfindende Wanderung endete nach orientierungslosem Suchen in sengender Hitze an einer Schnellstraße mit LKW-Verkehr und ohne Gehweg und mit der Erkenntnis, dass es doch besser gewesen wäre, auf die Warnung des Tourismusverbundes zu hören, der von demselbigen herausgegebenen Wanderkarte keinen Glauben zu schenken und sich besser eine Karte vom Alpenverein zu besorgen.

Mit 3 Erwachsenen und 4 hungrigen Kindern zu trampen, ist übrigens schwierig, aber mit Geduld durchaus möglich.

Der dritte Tag begann damit, dass unser großes Kind nichts mehr essen wollte und verdächtig oft aufs Klo rannte. In der Hoffnung, dass man manche unliebsamen Tatsachen schlicht wegignorieren kann, haben wir uns aber dennoch für eine größere Tour gerüstet. Bis das Kind beim Einsteigen im Bus schon anfing, zu speiben. Also zurück ins Hotel und unterwegs im Supermarkt noch feuchte Toilettentücher und Salzstangen nachgekauft.

Tag 4 brachte die Erkenntnis, dass auch auf 1000 m Höhe noch richtig Hochsommer sein kann und Kleinkinder sonnenbedingt einen solchen Hitzeausschlag entwickeln können, dass sie vor lauter Kratzen nachts nicht mehr schlafen können und die Eltern dementsprechend müde sind. Da wir von den anderen Hotelgästen wegen des großflächigen Ausschlags schon mißtrauisch beäugt wurden, dachten wir, es könne ja auch mal sinnvoll sein, die seit Jahren vergeblich bezahlte Auslandsreisekrankenversicherung in Anspruch zu nehmen und einen Arzt zu konsultieren. Der hat in Österreich übrigens keine Sprechstunde, sondern eine Ordination. An diesem Tag hatte er dieselbige aber leider gar nicht, weshalb wir für die Konsultation gleich mal extra bezahlen mußten (mit EHIC geht übrigens gar nix, wenn man nicht auch über einen Ausweis des Patienten verfügt). Der Arzt, ein Mann vom Typ Hans Moser, hat dann in breitestem Österreichisch und unter Aufzählung und Ausschluß aller möglichen Kinderkrankheiten deutlich gemacht, dass er zwar Kurarzt, aber auch auf dem Gebiet der Kinderheilkunde äußerst firm ist. In seinem Ordinationsraum befand sich der Oberkörper eines ausgestopften Murmeltieres (den Rest hat er mit einer Wumme, die für Rothirschen gedacht war, wegg’schossen), welches die einzige Ausbeute seiner kleinen Jagdkarriere war, wie er uns versichert hat. Kinder von Murmeltieren heißen im Jägerjargon übrigens Affen, die Weibchen Katzenund die Männchen Bären. Das wußten wir dann nachher auch.

Die verschriebene Cortisoncreme hat bald geholfen, da waren wir sehr froh. Aber nicht lange, denn das Klumpfußkleinkind hat sich am vorletzten Tag auch noch mit dem Magen-Darm-Virus angesteckt und da kam ich mir dann endgültig vor wie in einer Endlosschleife.

Gestern haben wir dann nur noch einen kleineren Ausflug zu einer nahen Burg gewagt. Dort haben uns tatsächlich Katzen (richtige) die Brotzeit aus der Kraxe raus geklaut und auf dem Heimweg kam der Bus nicht, wie an der Rezeption des Hotels versichert, alle hoibe Stund, sondern gar nicht. Trampen war diesmal nicht drin, weil ein Kinderwagen und ein Erwachsener mehr als die Tage zuvor. Und weil der Gott der Hohentauern offenbar einen Clown zum Frühstück gefrühstückt hatte, hat er auch noch dafür gesorgt, dass keiner von uns sein Handy dabei hatte. Telefonzellen funktionieren in Österreich übrigens nur mit Karte.
Nach langem Warten und Füttern der weinenden Kinder mit den letzten Salzstangen ist uns irgendwann gelungen, andere Touris anzuflehen, uns mit ihrem Handy ein Großraumtaxi zu rufen. Letzteres hat uns unter großem Jubel heimgebracht, wo wir aber nur kurz erleichtert waren, weil wir dort feststellen mußten, dass SCHAFI, das über alles geliebte Schnuffeltuch mit Schafkopf unseres Prinzchens, ohne welches er niemals schläft, im Taxi-Kofferraum liegen geblieben ist. Ich hab den braven Herrn P. selten die Contenance verlieren sehen, aber da war es dann soweit.

Wir haben mehrmals erwägt, den Urlaub abzubrechen, es aber immer mit der Sicherheit, dass es ja nur noch besser werden könne, verworfen.

Dass wir bei der Heimfahrt das Zug-Ticket verloren haben und ich hier zu Hause das Milchpulver in den Koffer mit den Klamotten verschüttet habe, ist eigentlich nur noch am Rande zu erwähnen.

Hauptsach’, wir sind jetzt daheim. Unseren Freund SCHAFI hat der Taxler übrigens noch rechtzeitig zurückgebracht und die Schaffnerin im Zug hat uns unser Urlaubsleiden offenbar angesehen, denn wir durften auch ohne Ticket im Zug bleiben.

Gruß,
SallyP.

PS: Es war trotzdem ein schöner Urlaub. Die schönen Sachen zu erzählen, macht aber lang nicht einen solchen Spaß. Beim Minigolf hab ich haushoch gewonnen und das Prinzchen kann jetzt “Pups” sagen. “Papa” zu sagen weigert es sich indes weiterhin.

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