Sally on the Blog

Einen schönen Samstagabend, Euch allen! Nach einem laaaaaaaaaaangen und ebenso heißen Tag am See glotzt das große Kind nun Asterix und das Kleine ist in seligen Schlaf gefallen.
Herr P. ist wieder der Wissenschaft verfallen und hockt vorm Laptop, seufz.
Ich will Euch mal vom Tag und meinen aktuellen soziologischen Feldstudien berichten:

Wir waren heute zu einem Geburtstagsfest meiner Freundin eingeladen. Früher, da haben eben jene Freundin und ich und all die Anderen Feste so gefeiert, dass jeder der eingeladen war kommen konnte und jeder andere sowieso. Umso mehr, umso besser. Zu essen gabs - wenn überhaupt was - einen Riesentopf Chilli con carne mit Brot. Was ganz gut war, weil von dem vielen Gras das geraucht wurde, wurde man ja auch immer so hungrig…Fressflash hieß das, kennt das jemand? Ansonsten gabs viel Bier, welches in der Badewanne gekühlt wurde und wenn es ausging, ging einer mit Mütze rum und sammelte Geld und dann wurde gelost, wer zur Tanke laufen und Nachschub holen mußte.

Früher da rauchten die Raucher drinnen und die 4 Quotennichtraucher standen am Balkon. Heute ist es andersrum…

Heute feiert man anders: Das Fest findet tagsüber statt, weil ja alle Kinder haben und diese - äußerst anstrengende - Spezies ist ja naturgemäß tagsüber wach und schläft Nachts. Und gefeiert wird am See, weil die Kinder ja bespaßt werden müssen und alle Eltern wissen, dass sie nur Freude haben werden, wenn ihre Kinder glücklich sind. Es treffen sich also am See 6 Familien mit gefühlten 43 Kindern im Alter zwischen 2 Monaten und 9 Jahren, von welchen irgendwann egal ist, wem sie gehören, weil man kollektiv schimpft, füttert, lobt, wickelt, Feuchttücher zückt, Schorle eingießt, Schorle aufwischt, Pflaster auf blutende Knie pappt usw. Egal ob das eigene Kind oder nicht. Nur stillen tut man nur die eigenen (warum eigentlich?). Erst am Abend, beim großen Aufbruch unter müdem Weinen verschiedener Kinder klaubt man dann die eigenen zusammen aus dem Haufen verschwitzter und dreckiger Meute.

Schön an so einem Tag ist auch, dass man alle in Bikini/Badehose sehen kann. Alle Freundinnen, von welchen man dachte, sie hätten nach den Schwangerschaften eine bessere Figur als man selbst. Im Bikini und im gleißenden Sonnenlicht stellt man befriedigt fest, dass nur die Problemzonen andere sind…hihi! Und bei den Männern: die, die die meiste Kohle verdienen, haben die speckigsten und wabbeligsten Bäuche. Nochmal hihi!
Die anderen Kinder plappern auch dazwischen, kriegen auch Zornanfälle, jammern auch über Langeweile (AM SEE!!!) und fordern auch 3 Mal am Tag ein Eis und Pommes, während die Geburtstagstafel reichlich mit einem Riesenbuffet gedeckt ist. Also haben nicht nur wir bei der Erziehung und Förderung versagt. Das tröstet.

Und mittendrin hat unser Kleinkind gelernt, mit Gipsfuß zu krabbeln und das Hinkebein einfach hinter sich her zu schleifen. Er ist nicht aufzuhalten, wir haben alles versucht: es gibt keine Möglichkeit, dieses Kind dazu anzuhalten, sich zum Schutz seines gebrochenen Unterschenkels nicht selbständig fortzubewegen. Der Gips hat nun diverse Dellen, unten Grasflecken und ist oben bereits ordentlich ausgefranst. Die Umwickelung fällt fast ab und muss 5-minütlich neu befestigt werden. Weil es so warm war und Windeln Folter sind, ist er ne Weile auch nackig gekrabbelt…. der kleine Kackafleck fällt unter den Flecken von Nudelsalat, Ketchup, Traubenschorle kaum auf.
Und wen interessiert schon, ob sich der Gips von Sprudelwasser, Sabber oder Pipi auflöst?

Am Montag wird eh gewechselt, aber der neue Gips bleibt dann zwei Wochen… wie der danach wohl aussehen mag, will ich mir noch gar nicht vorstellen.

So, genug geschwätzt…ich hab mich heute kaum bewegt und bin troztdem irrsinnig müde… wie kann das sein? Das viele Essen vielleicht?

Grüße,
SallyP.

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