Sally on the Blog

Reine Nervensache

August 7th, 2009

*endlich entspannt am Rotwein nipp*

Puh, was für ein Tag! Das Leben mit Kindern ist anstrengend, oder finde nur ich das? Meine Mutter besteigt diese Woche den Großvenediger und Herr P. hat Spätdienst. Der Kronprinz ist im Pfadfinderlager und trinkt heldenhaft aus Strohhälmen, weil er sich beim Holzhacken die Lippe perforiert hat und genäht werden mußte. Ich hab ihn dreimal gefragt, ob er WIRKLICH nicht lieber heim will, aber er hat immer unverständlich ins Telefon genuschelt: “‘ein, isch ‘ill ‘ierbleiben!”
Nun bin ich heute extra früh aus der Arbeit geradelt und hab unseren 1 1/2 jährigen Trotzphasenkönig aus der Kinderverwahrung geholt….und war den ganzen Nachmittag und Abend mit ihm allein. Gibts ja selten.

Das Schöne ist ja: die Eingewöhnung ist endlich vorrüber. Seit ein paar Tagen schreit er morgens nicht mehr wie am Spieß sondern winkt uns kurz, bevor er Besseres zu tun hat. Und Nachmittags will er plötzlich nicht mehr mit heimgehen weil er gerade mit dem Finger in Henriettes Nase reinfühlt.
Und ich schwöre, seit wir heimkamen bis um 8 als der im Bett war, war KEINE SEKUNDE RUHE.

Der ist nur noch am Rumräumen und Rumteufeln und Aufdrehen und singen und tanzen.
Am Obststand schau ich mich suchend nach Nektarinen um, während er schon Heidelbeeren aus den Schälchen ganz vorne nascht.
Wir stehen im Flur, ich will meine Schuhe ausziehen, er räumt schon das Schuhregal aus und beißt in meine Flipflops. Ich stopfe Wäsche in die Maschine; in einem unbemerkten Augenblick steckt er ein Auto seines großen Bruders mit rein (da fallen mir wieder meine schönen Filzpantoffeln ein, die jetzt nur noch die Hälfte groß sind ). Ich setz ihn in die Wanne, er kreischt beim Waschen vor Zorn, schnappt sich den Waschlappen und schmeißt ihn aus der Wanne raus. Pfütze. Er kreischt beim Haarewaschen als würde ich ihn grillen wollen und beißt anschließend Stücke von meinem Hornhautbimsstein ab.
Ich hol ihn - wieder kreischend, weil er war noch nicht fertig mit Baden - aus der Wanne und trockne ihn ab, während er in einem Affenzahn durch die Wohnung saust. Ich fange ihn ein und setze ihn auf meinen Schoß um ihm zunächst unter gutem Zureden (schau mal was Du für ein Struwelpeter bist, feeeeeeeeeein kannst Du stillhalten, feeeeeiiiiiiiiiin!); unmittelbar danach unter Zuhilfenahme des Mama-Oberschenkelschraubengriffes. Er kreischt und wütet, ich schneide so vorsichtig wie möglich und er pinkelt mir über die Hose den Boden voll. Während ich aufwische, läuft er mit dem Waschlappen, den er aus der Wanne geholt hat durchs Wohnzimmer, wirft ihn hoch und juchzt dabei “huiuiuiuiiiiiiiiiii!”. Ich creme und wickle ihn im Stehen auf dem Wickeltisch, während er die Wärmelampe an und ausmacht. Ich ziehe ihn an, während er sich selbst mit der Sonnencreme Lichtschutzfaktor 50 die Haare einschmiert. Wir lesen im Schnelldurchlauf die Raupe Nimmersatt (Apfel, schmatz, schmatz, Birne, schmatz, schmatz, Törtchen, Würstchen, AUAUAAUA, Eiiiiiiiiiiiiiiiiiii, eiiiiiiii, aaaaaaaaarme Raupe!) und während ich dann noch das Fläschchen mache, klaubt er die Reste von seinem Tomaten-Käse-Schinken-Brot-Arrangement vom Abendessen am Boden auf, ißt es und macht dabei “hmmmmmmmmmmmmm”. Ich schüttle die Flasche, er zieht noch schnell die Schubladen auf und zieht eine 100er Packung Servietten raus und räumt dann noch den Küchenschrank mit den Tuppersachen aus.

Wenn wir im Bett liegen und er die Flasche ausgetrunken hat, streichelt er mich und sagt “Eiiiiiiiiiiii Mama”.

Darf ich das als Lob verstehen?

SallyP. (seeeeeeeeeehr müde)

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