Sally on the Blog

So, noch eine Woche, dann muss Herr P. wieder arbeiten. Jetzt war er 7 Monate in Elternzeit… Zeit für mich, Resümee zu ziehen. Und natürlich lieber hier mit Euch, als mit ihm, weil ihn muss man natürlich brav loben, während man hier auch die Wahrheit sprechen darf. Wenn Ihr versteht….

Also mal vorab: Er ist ein braver Mann und er hat alles gegeben. Aber er wollte dieses Kind (ich hatte schon eins und wußte um das Grauen der Geburt und des ersten Jahres) und hat sich insofern bereit erklärt, exakt die Hälfte der Elternzeit zu stemmen, ganz so wie die schwarze Uschi sich das gedacht hat.

Und er hat wirklich, wirklich alles gut gemacht. Das Kind ist gewachsen und gediehen und kann allerbeste Werte vorweisen. Dass es schlecht erzogen und furchtbar bockig ist, läßt sich laut Herrn P. nicht auf seinen Erziehungsstil, sondern vielmehr auf die Gene der Mutter zurückführen. Was zu beweisen wäre!

Was er anhaltend nicht internalisieren konnte, ist, dass man Wäsche waschen muss. Ich glaube, er macht sich bis heute keine Vorstellung davon, wie es kommt, dass seine Socken (richtig rum und paarweise) gewaschen im Schrank liegen, wenn er sie braucht. Und seine Unterhosen. Und die Klamotten der Kinder. Dass jemand (wer das wohl ist?) ständig Wäscheberge nach Farbe bzw. Waschtemperatur sortiert, Wäsche in die Maschine stopft, aufhängt, zusammenlegt, abhängt usw. usw. usw., kommt in seinem Universum glaub ich nicht vor.
Ich war wirklich froh, wenn er es AUF ANFRAGE geschafft hat, die Wäsche, welche ich um 6 Uhr morgens, bevor ich ins Büro geradelt bin, aufzuhängen. Mehr als einmal war sie abends noch in der Maschine. Knittrig und stinkig.

Und das Abendessen….Wenn ich nicht im Laufe des Tages mal angerufen habe um darüber zu informieren, was es zu essen geben soll und was dafür VON WEM gekauft werden muss, hat mich abends als erstes die Frage ereilt: “Was essen wir heute?”. Dass derjenige, der zu Hause ist, das Essen (vielleicht sogar eventuell für die ganze Woche…. neee, zuviel verlangt) plant, einkauft und kocht… unvorstellbar.
Man muss aber lobenderweise erwähnen, dass es gut geklappt hat, wenn ich genaue Anweisungen hinterlassen habe. Also einen dreigeteilten Einkaufszettel z.B. (Calc-Tabelle): Drogermarkt, Supermarkt, Bäcker.
Seine Soße Bolognese ist inzwischen fast so gut die von meiner Nonna Angela, dabei konnte er vor 7 Monaten grad mal einen Leberkäs abrösten.

Dass man Kindern manchmal frische Schlafanzüge anziehen muss, ist bis heute noch manchmal Thema. Dass verloren gegangene Radiergummis sich nicht von selbst ersetzen, sondern (evtl. unter Hinzufügung einer vierten Kategorie “Schreibwaren” auf dem Einkaufszettel) nachgekauft werden müssen, ebenfalls.

Ansonsten: alles bestens und die Sally ist ein bißchen traurig, dass diese Zeit nun vorbei ist. Sally und Herr P. arbeiten wieder beide, die Kinder gehen in die altersspezifischen Verwahranstalten und das war das letzte Kind. Schade eigentlich.

SallyP.

PS: Interessant ist ja auch das Resümee des Herrn P. selbst. Er behauptet z.B., er sei beim Babyschwimmen von den ganzen Weibern sukzessive ausgegrenzt und diskriminiert worden. Wenn Partnerspiele gemacht wurden, blieb er immer übrig und auf dem Spielplatz hat keine Mutti mit ihm geplauscht. Eine Pekip-Gruppe für Männer in Elternzeit hat sich leider nicht gefunden.

Comments are closed.

Proudly powered by WordPress. Theme developed with WordPress Theme Generator.
Copyright © Sally on the Blog. All rights reserved.