Sally on the Blog

Sallys Valentinsgeschenk

Februar 11th, 2010

Heute morgen hab ich Herrn P. gefragt, was er mir denn eigentlich zum Valentinstag schenken würde. Die Frage ist rein rhetorischer Natur, denn die brummige Antwort war dieselbe wie all die letzten Jahre:
Selbstverständlich nix, sagt er, denn wir seien ja ein modernes Paar, welches sich keinesfalls dem Diktat der imperialistischen amerikanischen Blumenmafia unterwerfen würde.
Schade, denke ich heimlich, denn angesichts der Schneemassen und der andauernden Kälte findet auch die moderne, emanzipierte und mafiöse Strukturen verachtende junge Frau Blumen schön.

Mit den Geschenken ist es ja so eine Sache. Eine Freundin hat sich neulich bitter bei mir beklagt, weil ihr Mann ihr zum Geburtstag eine Friteuse geschenkt hatte. EINE FRITEUSE! Der Mann, ein unglaublich gut aussehender, Rugby spielender Schwede aus adeliger Familie mit einem Einkommen in Höhe der Summe aller Einkommen aller Männer im Freundeskreis.
Vor Jahren hat er meine Freundin aus dem Land, in welchem die versprochenen Landschaften bis heute noch nicht blühen, auf einem weißen Schimmel entführt und fortan lebte sie dort mit ihm in einer der teuersten Städte der Welt, gebar ihm zwei wunderhübsche Kinder, verfügt über Zugehfrau, Au-pair und wöchentliche Pediküre und arbeitet nur, damit sie sich cool vorkommen kann und das ganze Bafög nicht umsonst war.
Wir anderen Freundinnen waren immer voll des Neides und ich habe Herrn P. oft zu überreden versucht, das Karate zugunsten von Rugby und einem Schwedisch-Kurs an der Volkshochschule aufzugeben. Er lacht dann immer und meint gutmütig, man - bzw. ich - könne nicht beides haben: den Consultantsuperman mit Besteinkommen und den vonderleyenschen neuen Mann, der selbstbewußt und ohne mit der Wimper zu zucken in Elternzeit und mit Knackarsch und V-Kreuz zum Babyschwimmen geht. Schade eigentlich.

Aber nun, nach all dem heimlichen Neid, die Ernüchterung: Eine Friteuse. Das Entsetzen im Freundinnenverbund darüber wurde nicht gerade gelindert durch die Tatsache, dass er ihr in den vergangenen Jahren Karten für das Endspiel der Rugby-Ligameisterschaften, eine Heavy-Metal-CD-Sammlung und kratzende Spitzenunterwäsche, die nur einer rachitischen Barbiepuppe gepaßt hätte, geschenkt hatte.

Eine Freundin meinte, das Friteusengeschenk wäre immerhin besser, als wenn er mit einer Friseuse durchgebrannt wäre. Eine andere Freudin schlug hingegen vor, sie solle ihm seinen Schniepel im neuen Gerät fritieren und mit Ketchup zum Fraß vorwerfen.

Ich bin selbstredend voll des Mitleids, kann aber nicht verhehlen, froh über die Erkenntis zu sein, dass auch der schwedische Superman
makelbehaftet ist. Andererseits haben wir keine Friteuse und wenn der Valentinshase eine brächte, wäre mir das lieber als gar kein Geschenk. Gibt es im internationalen Friteusenhandel mafiöse Strukturen, welche nicht unterstützungswürdig sind?

SallyP.

2 Responses to “Sallys Valentinsgeschenk”

  1. schokojule

    Mein Standpunkt seit Jahren: Ich will nienieundgarnicht irgendwas geschenkt bekommen wo ein Schukostecker dran hängt.

    Einzige Ausnahme hätte ich für einen Kaffeevollautomaten gemacht. Aussichtslos darauf zu hoffen, den hab ich mir dann selbst geschenkt.

  2. Drogo

    Hey 4 Tage Zwichen den Postings! Weiter so!

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