Sally on the Blog

Spielplatzkonventionen

April 28th, 2009

Meine lieben Mitmütter!

Mein lieber Mann, der Herr P., ist ja grad in Elternzeit. Seit der Frühling ins Land gekehrt ist, ist er nun ein Spielplatzvater geworden und hat neulich mal die interessante Frage nach allgemeingültigen Spielplatzregeln gestellt. Konnte ich leider nicht beantworten, da ich mich mit der Frage während meiner Elternzeit vor vielen, vielen Jahren auch befaßt habe, aber nie zu einem endgültigen Ergebnis gekommen bin.

Beobachtungen gibts ja viele:

Im schicken Viertel, wo die Kinder miniman-Jacken auch in der Sandkiste tragen, hat jeder sein eigenes Spielzeug dabei. Nimmt sich der eine Zwerg einfach was vom anderen, merkt man der lieben Mutti in Röhrenjeans und Stiefel drüber schon an, dass sie nervös wird. Einerseits will sie nicht zickig sein aber andererseits…. und dann hört man sie schon:
“Anna-Lena, der Junge hat Deinen Eimer genommen. Bestimmt gibt er ihn Dir gleich wieder!” Anna-Lena, die eigentlich mit was ganz anderem beschäftigt war, erkennt erst jetzt den Ernst der Lage und fängt natürlich unmittelbar zu heulen an was ihre Mutti zum Anlaß nimmt, den Eimer mit den Worten “Entschuldigung, aber jetzt will die Anna-Lena IHREN Eimer doch lieber wieder selber haben! Bestimmt kauft die Mutti von dem Jungen ihm bald einen EIGENEN Eimer!”

Anderer Spielplatz, weiter nördlich in der Stadt:
Ein Kind packt die Schaufel vom anderen, geht damit weg. Kind heult, Mutter kommt in Crocks und Jogginghose angelaufen und brüllt: “LOS Kevin, zieh dem Penner eine drüber und hol Dir Deine Schaufel wieder!” Kevin macht los, Gerangel zwischen Kevin und Justin beginnt, während die Mütter in er einen Hand die Zigarette, in der anderen Hand die Hundeleine vom Pitbull haltend, seelenruhig zuschauen.
Dem Stärkeren gehört die Schaufel.

Wie handhabt man das? Ich bin ja grundsätzlich der Meinung, auf dem Spielplatz gilt für die Sandspielsachen erstmal:
EIGENTUM IST DIEBSTAHL
Also jeder darf mit allem spielen.

Trotzdem hab ich mich schon oft geärgert, wenn Sachen dann weg sind, oder verbuddelt bzw. wenn andere Eltern fast einen Herzinfarkt kriegen, weil mein Kleiner das Förmchen ihres LEONHARD genommen hat.

Außerordentlich interessante soziologische Feldstudien kann man da betreiben.

Wie seht Ihr das?

SallyP.

Scheidungsgründe

April 16th, 2009

Puuuuuuh! Eine Woche Urlaub und mit Mann und Kindern zu Hause…. das läßt den Stresslevel hochschnellen und wirft einige Überlegungen auf…

Wenn man jung und dumm und romantisch ist, meint man ja, eine Trennung/Scheidung käme nur aus sehr schwerwiegenden Gründen in Betracht, z.B. der eigene Mann hat Sex mit seinem Sekretär, welcher wiederum dabei meine Unterwäsche trägt und meinen Mann “Butzibär” nennt.

Nach zwei Kindern und einer 7jährigen Beziehung sehe ich die Dinge manchmal etwas anders.
Zum Beispiel gestern:

Ich hole aus dem Keller den alten Fahrradsitz von unserem großen Kind. Entstaube ihn, prüfe, ob noch alle Teile vorhanden sind, mache den Bezug ab und wasche diesen mit der Hand und hänge ihn zum Trocknen auf. Festgemacht war der Bezug mit kleinen schwarzen Plastikpöppeln, welche ich NATÜRLICH sorgfältigst aufgehoben habe, um sie nachher wieder zu finden. Wo ich sie hingelegt habe? Auf den Terrassentisch im rosa Windlichtschälchen. Und dabei hab ich mir noch gedacht: Da legst sie jetzt hin, da fallen sie nicht raus und wenn der Bezug trocken ist, steckst sie gleich wieder in den Sitz. Jawohl.
Bei dem schönen Wetter trocknet der Bezug schnell und ich will ihn wieder in den Sitz einbauen. Dann?
Schwarze Plastikpöppel weg. Rosa Schälchen da, Plastikpöppel weg.

Nach 7 Jahre Beziehung und Familie verfügt man über intuitive Schulderkennung mit geringer Fehlerquote, deshalb frage ich höflich und ruhig meinen Mann Herrn P., ob er wüßte, wo die schwarzen Plastikpöppel vom Fahrradsitz hingekommen sind.

Antwort: Nein, wüßte er nicht, wieso auch, was hätte er mit den Dingern zu schaffen, ich solle sie halt ordentlich aufräumen, dann wüßte ich hinterher, wo ich sie hingelegt habe.

Ich erkläre ihm höflich und ruhig, dass ich ebendies getan habe und dass es sich bei den Pöppeln um Einzelteile des Fahrradsitzes handeln würde, welche nötig seien, um den Bezug zu fixieren. Ich beschreibe die Pöppel genau und frage mit größter Mühe, keinen vorwurfsvollen Ton anzuschlagen, ob er nicht zufällig die Dinger weggeschmissen hätte. Er liebt Wegschmeissen.

Nein, nein, meint er, sicher nicht, er würde doch niemals was wegschmeissen, wovon er nicht wüßte, ob man es nicht noch brauchen würde. Ich habe Mühe, nicht sarkastisch zu lachen, denn er schmeißt ständig irgendwas weg, was irgendwer - außer ihm - noch braucht.

Irgendwann räumt er ein, dass es sein könnte, dass er die Pöppel mit den anderen Gartenabfällen ins Müllhäuschen gebracht hat. AHA! Das kommt einem Schuldeingeständnis gleich und es kommt - ich schwöre - in der Sekunde, in welcher draußen der Müllwagen wieder abfährt.

Ich könnte ! Jeden verdammten Sch**ßdreck heben wir hier auf, aber wirklich jeden! Im Keller stapeln sich Dinge wie uralte Schallplatten, Skateboards (nicht die der Kinder!!!), Lampenfassungen und was weiß ich noch!

Ich bin ausgeflippt, hab mich aufs Fahrrad geschwungen und bin in den Fachhandel gefahren. Die hatten tatsächlich meine Pöppel noch und die Verkäuferin war sehr mitfühlend… Sie meinte, sie kenne das von ihrem (Ex-)Mann und das sei normal.

Heute mach ich zufällig den Werkzeugkasten auf und was finde ich darin?

Zwei schwarze Plastikpöppel. Wie die dahinkommen, frage ich ihn. Keine Ahnung , meint er.

SallyP.

Proudly powered by WordPress. Theme developed with WordPress Theme Generator.
Copyright © Sally on the Blog. All rights reserved.